Durch die Initiative MINTerMACHER Nordoberpfalz konnte die Veranstaltungsreihe „MINT am Samstag“ im Jahr 2025 erstmals im Landkreis Neustadt an der Waldnaab und in der Stadt Weiden umgesetzt werden. Ziel war es, Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern – praxisnah, altersgerecht und mit viel Raum zum eigenen Ausprobieren.
Hands-on lernen: Der Ansatz von MINT am Samstag
MINT-Kompetenzen sind echte Zukunftskompetenzen: Ob Künstliche Intelligenz, Klimawandel, Digitalisierung oder Medizin – MINT steckt überall drin. Bei MINT am Samstag geht es darum, praktische Zusammenhänge erlebbar zu machen: hands-on, mit konkreten Aufgaben, sichtbaren Ergebnissen und kleinen Erfolgserlebnissen.
Die Angebote fanden meist an Schulen statt und wurden von engagierten Lehrkräften geleitet. Besonders wichtig: Die Veranstaltungen waren offen für alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig davon, welche Schule sie besuchen.
Warum die Reihe wichtig war
Der Bedarf für zusätzliche MINT-Angebote war deutlich spürbar. Rückmeldungen mehrerer MINT-Lehrkräfte aus der Region zeigten, dass bestehende MINT-AGs an Schulen stark ausgelastet sind. Gleichzeitig wurde immer wieder der Wunsch nach Formaten geäußert, die über den regulären Schulalltag hinausgehen und mehr Zeit für praktisches Arbeiten bieten.
Wertvolle Impulse kamen aus dem Landkreis Tirschenreuth, wo MINT am Samstag bereits erfolgreich durchgeführt wurde. Die positiven Erfahrungen und die große Unterstützungsbereitschaft ermöglichten die schnelle Ausweitung auf die gesamte Nordoberpfalz. Ebenso entscheidend war die Offenheit der Schulen, ihre Fachräume, Werkstätten und Labore zur Verfügung zu stellen. Wichtige Kooperationspartner sind die regionalen Volkshochschulen, die einen reibungslosen Anmeldeprozess ermöglichten und wichtige administrative Ressourcen zur Verfügung stellten.
Zahlen & Fakten zur ersten Reihe
Der Zuspruch übertraf alle Erwartungen. Ursprünglich waren 13 Angebote mit 128 Plätzen geplant, doch die hohe Nachfrage führte zur Erweiterung auf 18 Angebote mit 210 Plätzen – und es hätten noch mehr sein können.
Die thematische Bandbreite war bewusst groß angelegt: von Programmieren mit Calliope mini und Arduino, über Robotik, Lasercutting, 3D-Druck, Mikroskopie, Elektrotechnik und digitale Fotografie bis hin zur Metallbearbeitung mit CNC-Technik. Diese Vielfalt ermöglichte vielen Kindern, ganz neue Bereiche kennenzulernen – und vielleicht erstmals eigene Stärken zu entdecken.
Begeisterte Kinder, Eltern und Lehrkräfte
Viele Kinder vergaßen regelrecht die Zeit, arbeiteten hochkonzentriert an ihren Projekten und wollten unbedingt, „dass es funktioniert“ (siehe „Oh mein Gott, ist das cool!“). Besonders schön zu beobachten war, wie selbstverständlich sie zusammenarbeiteten, sich gegenseitig halfen und voneinander lernten.
Auch von Eltern gab es durchweg positive Rückmeldungen. Viele zeigten sich dankbar, dass es solche Angebote in der Region gibt – und nahmen dafür teils lange Fahrstrecken in Kauf. Die beteiligten Lehrkräfte ließen sich spürbar von der Begeisterung der Kinder anstecken. Die Freude der Kinder am Experimentieren und Tüfteln wirkte motivierend und bestärkte sie darin, Zusatzangebote zu machen und neue Ideen einzubringen.
Ausblick: MINT-Werkstätten für die Region
So erfolgreich die Reihe war, bleibt eine zentrale Herausforderung: Der Anschluss für Kinder und Jugendliche in dauerhafte Regelangebote ist bislang nur eingeschränkt möglich. Die MINTerMACHER Nordoberpfalz planen daher den Aufbau regionaler MINT-Werkstätten. Sie sollen langfristig Orte schaffen, an denen Kinder, Jugendliche – und perspektivisch auch Erwachsene – regelmäßig MINT hands-on erleben können. MINT am Samstag hat gezeigt, wie groß das Interesse ist. Nun gilt es, diese Begeisterung nachhaltig zu verankern.